5 Gründe für meine Alpenüberquerung

Pfotenseilschaft im Vinschgau

Das ist meine Motivation

Warum zur Hölle mach‘ ich das eigentlich? Jeder hat sich wahrscheinlich irgendwann schonmal diese Frage gestellt. Ich selbst denke jedesmal, wenn die Beine auf einer Bergtour brennen und der Weg nicht enden zu wollen scheint, wie viel lieber ich doch jetzt bei einem kühlen Radler auf einer Hütte sitzen würde. Gut, wenn man in solchen Momenten tief im Inneren dennoch weiß, wofür man’s macht!

Alleine mit Hund über die Alpen laufen – hast du da keine Angst? Die Frage habe ich jetzt schon häufiger gehört. Und ich muss sagen: Ich habe da grad so viel Bock drauf, dass ich mir noch gar keine Gedanken darüber gemacht habe, was mir an meinem Vorhaben auch mal Angst oder Zweifel einjagen könnte. Warum das so ist?

1. Ruhe und Natur in vollen Zügen genießen

Drei Wochen lang nur zu Fuß unterwegs sein. Das an sich, habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gemacht. Sonst fahren wir mit Bulli von einem Tal mal eben ins andere, machen hier einen Gipfel, dort eine Tour und die Berge sausen nur so an uns vorbei. Eine Fernwanderung bedeutet für mich, auch mal komplett zu entschleunigen. Ganz bewusst die Umgebung aufsaugen und das langsame vorankommen genießen. Ich hoffe, dass ich die eine oder andere Gams in den frühen Morgenstunden entdecke und mit Nano viele tolle Ausblicke genießen kann. 

2. Ich pack das, auch ganz alleine

 Hundefreundliche Unterkünfte finden, Etappen festlegen, die für Nano und mich  machbar sind, Orientierung in den Bergen während der Tour, mit Unwägbarkeiten zurechtkommen – eine Alpenüberquerung ist jetzt schon deutlich mehr Aufwand, als ich mir das ganz zu Anfang in meiner Euphorie so gedacht habe. Das alles zu meistern und mir zu beweisen, dass ich auch alleine in den Bergen funktioniere, reizt mich. Denn bisher bin ich eigentlich immer mit meinem Mann unterwegs gewesen. Er ist eine wandelnde Landkarte, hat jede Menge Erfahrung und das ist schon ein verdammt beruhigendes Gefühl. Und: Auch wenn ich um vier Uhr früh zerknautscht aus meinem Schlafsack gucke, motiviert er mich mit seiner guten Laune für’s loslaufen. Diesmal muss ich mir selbst jeden Morgen erneut in den Arsch treten und loslatschen. Dass ich das kann, will ich irgendwie auch mir selbst beweisen. Tschacka!!! 

3. Intensive Zeit mit meinem Vierbeiner

OK, ich muss das jetzt mal so sagen: Nano und ich sind auch jetzt schon im Alltag  ein verdammt cooles Team. 😉 Er kennt mich einfach ziemlich gut, reagiert auch auf kleine Gesten und achtet draußen immer darauf, wo ich bin. Aber die Alpenüberquerung zusammen mit meinem Wuschel erfolgreich zu meistern, darauf freue ich mich schon. Drei Wochen haben wir nix anderes zu tun, als zusammen zu laufen, über Bäche zu springen, Hindernisse zu überwinden und die Eindrücke in den Bergen zu genießen und abends, im wahrsten Sinne, hundemüde ins Bett zu fallen. Das schweißt zusammen! 

4. Fit, wie nie

Jeden Tag 10 bis 25 Kilometer und 500 bis 2.000 Höhenmeter überwinden; dazu die Höhenluft – ich seh es jetzt schon vor mir: Danach werde ich so fit sein, wie schon lange nicht mehr. Meeegaaa!

5. Unabhängigkeit und Lebensqualität spenden

Sich frei in den Bergen bewegen, leckeres Essen auf der Hütte genießen, einmalige Ausblicke und Erfahrungen sammeln – das ist für mich Lebensqualität. Mit der Alpenüberquerung will ich aber nicht nur an mich denken, sondern ein kleines bisschen auch geben. Die Spenden, die ich im Rahmen dieser Aktion für den Verein VITA sammle, sind mein größter Antrieb, jeden Tag den Hintern hochzubekommen. Denn VITA macht genau das, was ich selbst in den Bergen so oft suche: Unabhängigkeit und Lebensqualität schenken, indem sie behinderten Menschen einen Helfer auf vier Pfoten zur Seite stellen. 


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