Vorstellung: Fabio mit Assistenzhündin Madison

Lernt eines von vielen VITA-Teams kennen

Was macht so ein Assistenzhund eigentlich? Wie helfen diese Tiere Kindern mit Behinderung? Und wie genau funktioniert das, so einen Hund zu bekommen? Wir stellen euch heute das VITA-Team Fabio und seine Assistenzhündin Madison vor und beantworten euch diese Fragen an ihrem Beispiel.

Heute geben wir euch einen kleinen Einblick in das Leben von Fabio und Madison. Der sechsjährige Junge lebt seit 2014 mit der Golden Retriever Hündin zusammen. Seit seiner Geburt leidet Fabio an einer sogenannten Cerebralparese. Durch eine Unterversorgung mit Sauerstoff sind Teile von seinem Gehirn geschädigt, wodurch er gelähmt ist. Laufen, Sitzen, Sprechen und Greifen bereiten Fabio Probleme. 

Seit Madison in das Leben der Familie getreten ist, macht der kleine Mann tolle Fortschritte. Sie motiviert Fabio jeden Tag aufs Neue, Bewegungen und Laute zu trainieren, leistet aber auch ganz alltägliche Hilfe: Morgens und abends hilft Madison Fabio beim Ausziehen, bringt ihm Sachen, wie zum Beispiel Schuhe, Bücher oder die Jacke. So wird Fabio mit Hilfe der Hündin ein kleines Stück weit unabhängiger.

So fand die Familie zu Assistenzhund Madison

Durch Zufall sah die Familie vor Jahren einen Bericht über VITA und war schwer beeindruckt. „Wir waren überzeugt, dass ein Assistenzhund für Fabio das Richtige ist, besonders weil er dann einen Gefährten an seiner Seite hat“. Die Familie nahm kurz darauf Kontakt mit VITA auf und wurde zum Kennenlernen eingeladen. Das war eine tolle Erfahrung“, erinnert sich Mutter Giusi. „Wir hatten wirklich großes Glück und wurden  nach diversen Gesprächen auch zum Matching eingeladen“.

 

„Beim Matching gilt es herauszufinden, welcher Hund zu welchem Menschen passt und umgekehrt. Dabei wird auf den Hund genauso viel Rücksicht genommen wie auf den Menschen. Wenn er seinen zukünftigen Partner nicht „riechen“ kann oder der Mensch partout keinen Zugang zum Hund findet, ist kein Kompromiss möglich“, erklärt Tatjana Kreidler, die Gründerin und 1. Vorsitzende von VITA e.V. 

Bei Retriever-Dame Madison und Fabio stimmte die Chemie

Bei Fabio war es die wunderschöne Retriever-Dame Madison, die sich beim Matching an seine Seite gesellte. Mutter Giusi erzählt: „Ich kann mich an einen sehr schönen Augenblick erinnern: Es klingelte an der Tür und Madison bellte plötzlich. Fabio erschrak und weinte los  da ging sie zu ihm und schleckte ihm über das Gesicht. Es wirkte fast so als wollte sie sich entschuldigen.“

 

Schnell war also klar: Madison und Fabio werden in den nächsten Wochen die Zusammenführung im Ausbildungszentrum des Vereins in Hümmerich durchlaufen. „Die Zusammenführung dauert vier bis sechs Wochen. Während dieser Zeit entsteht eine behutsame Beziehung zwischen dem Hund-Mensch-Team. Beide lernen den Umgang miteinander und müssen im Alltag zusammenwachsen“, so Tatjana Kreidler. 

Fabios Eltern lernten in dieser Zeit, wie sie mit Madison umgehen müssen, damit sie ihr als Hund gerecht werden. Doch auch die Beziehung zu ihrem Sohn veränderte sich, erinntert sich Giusi: „Tatjana Kreidler hat mir in dieser Zeit so viel beigebracht, nicht nur wie ich mit Madison zurechtkomme, sondern und vor allem hat sie mir auch beigebracht, Fabio loszulassen, ihm nicht alles abzunehmen, ihn allein versuchen zu lassen.“

Für Madison macht Fabio alles

 

Nach der Zusammenführung war es im August 2014 endlich soweit: die Familie durfte Madison mit nach Hause nehmen. Giusi erzählt: „Seit Madison in Fabios Leben trat, hat sich einiges verändert: Er ist vom Wesen sehr viel ruhiger geworden und er kann sich total entspannen, wenn er mit ihr kuschelt. Für seine „Mady“ macht er alles.“ Für Fabio war es zum Beispiel immer furchtbar, wenn er im Rollstuhl saß und die Füße fixiert werden mussten. Doch bereits nachdem Fabio und Madison ihre erste gemeinsame Trainingseinheit hatten, erklärte Tatjana Kreidler dem Jungen, es sei sehr wichtig, dass er Madison nicht tritt und daher notwendig, seine Füße zu fixieren. Das hat er sofort gerne akzeptiert. Hauptsache seiner Mady geht es gut“, so Giusi. 

Madison motiviert Fabio über sich hinauszuwachsen

 

Fabio hat bereits in den ersten Wochen seit Madisons Einzug enorme Fortschritte gemacht – wie zum Beispiel Madison das Leckerli zu geben. „Am Anfang der Zusammenführung mussten wir die Leckerlis zwischen Fabios Daumen und Zeigefinger stecken und es dann gemeinsam Madison reichen. Mittlerweile kann Fabio das ganz alleine. Er kann den Leckerlibeutel selbst aufmachen, ein Leckerli herausholen und es Madison geben“, berichtet Giusi stolz. 

Madison ist für ihren menschlichen Teampartner eine riesige Motivationsquelle. „Es sind in so kurzer Zeit so viele Entwicklungsschübe passiert, die wir nie für möglich gehalten hätten. Fabio hat es auch geschafft ein „ME“ auszusprechen. Das ist bei seiner Spastik eigentlich kaum vorzustellen! Es ist einfach faszinierend und bei dem Tempo, in dem Fabio Sachen dazu lernt, erwarten wir noch mehr Entwicklungsschritte – es ist so wunderbar, das zu sehen“.

Ein Hund als Icebreaker

 

Und ein neues Hobby hat die Familie auch gefunden: Bei der gemeinsamen Dummyarbeit mit Madison sind alle gern dabei und viel mehr als vorher draußen in der Natur. Giusi sagt: „Und das Schönste ist, wenn wir unterwegs sind und Spaziergänger treffen, drehen sich die Gespräche nicht mehr um den armen Junge im Rollstuhl, sondern vielmehr um seine vierpfotige Partnerin, die neben ihm sitzt. Ja, Fabio hat jetzt eine treue Freundin an seiner Seite und das ein Hundeleben lang!“  

 


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