Antijagd-Training – unser Abbruchkommando

Umdrehen in der Hatz

Im Antijagdtraining gibt es viele verschiedene Bausteine, die dabei helfen, den Hund bei Wildbegegnungen zu kontrollieren. Ein wichtiger Baustein, den wir regelmäßig üben, ist der Abbruch, mit dem der Hund seine Hatz abbricht.

Eigentlich sollte es ja nicht soweit kommen … eigentlich. Und es passiert eben doch. Ein Eichhörnchen wuselt über den Weg und Nano bläst zur Jagd. Genau jetzt brauche ich ein gut sitzendes Hund Abbruchkommando, sonst heißt es: Nano 1, Sandra 0. Ziel des Abbruchs ist es, dass der Hund sich stoppen lässt, auch wenn er schon in der Hatz ist. 

Im Video seht ihr, wie ich das Kommando „Schluss“ mit Nano aufgebaut habe. Damit es klarer wird, kommen hier die einzelnen Schritte noch einmal etwas genauer aufgedröselt:

1. Die Vorbereitung: Der Hund sollte ein Brustgeschirr tragen und die Leckerlis müssen natürlich parat sein. Leg‘ dir außerdem eine Schleppleine und ein beliebtes Spielzeug zurecht. Am besten recht kleine, aber tolle Häppchen. Sonst ist dein Hund noch satt bevor er kapieren konnte, was du von ihm möchtest.  

2. Das Kommando etablieren: Ich nutze das Wort „Schluss“ für den Abbruch. Ich laufe also wenige Schritte neben Nano her undzwar gerade so, dass ich leicht hinter ihm bin. Dann sage ich „Schluss“, greife ihm seitlich ins Brustgeschirr und ziehe ihn daran einmal  um 180 Grad um seine eigene Achse. Ist er einmal komplett umgedreht, bestätige ich Nano mit einem Klicker oder Markerwort und er bekommt einen Keks. Wichtig: Ich halte ihn auch noch am Geschirr fest, während er seinen Keks futtert. Erst wenn er damit fertig ist, lasse ich ihn los. So verknüpft er den Griff in das Geschirr mit etwas Positivem und gleichzeitig, damit, dass er sich umdrehen soll. 

3. Den Abstand erhöhen: Wenn das Kommando schon sitzt und dein Hund sich quasi schon freiwillig umdreht, kannst du den Schwierigkeitsgrad erhöhen. Das heißt du nutzt das Kommando jetzt mit Ablenkung und größerer Distanz. Hierzu befestigst du die Schleppleine seitlich oben am Geschirr (wenn es keine Öse gibt, einfach mit einem Knoten). Ziel ist, das Kommando Schluss zu geben und dann den Geschirrgriff mit der Schleppleine zu simulieren. Warum? Damit dein Hund mit dem Kommando nicht verbindet, dass du in seiner unmittelbaren Nähe bist. Nimm dir das Lieblingsspielzeug und starte ein kleines Apportierspiel. Die ersten ein zwei Male darf hinterherhetzen und es holen. Irgendwann kommt dann im Hetzen das Kommando „Schluss“ und der „Geschirrgriff“. Achtung: Lass den Hund nicht voll in die Leine brettern, sondern stoppe ihn ein wenig dynamisch … wird sonst Aua für beide! 😉 Wenn der Hund auf das Schluss umdreht, klickst oder bestätigst du mit einem Markerwort und gibst ihm seine Belohnen. Wiederhole das ganze ruhig ein paar Mal.

Bei Nano hat das Abbruchkommando auf Abstand und mit Ablenkung ziemlich schnell gesessen. Das heißt aber nicht, dass er direkt auch in freier Wildbahn abbricht. Dafür muss das Spielchen einfach häufiger und in verschiedenen Situationen wiederholt werden. 

Aber reicht das auch, um einen Hund wirklich vom Jagen abzuhalten? Nope! Bei uns gibt es unterwegs Futterbeutel und Futtersuchspiele, damit Nano nicht so schnell auf dumme Gedanken kommt. Zudem habe ich mit ihm trainiert, Wild hinterherzuschauen und sich für das Gucken bei mir eine Belohnung zu holen. Und für den Fall der Fälle gibt es eben noch den Abbruch. 100-prozentige Sicherheit gibt auch das nicht – dafür muss Herr Nano dann eben doch an die Leine.

Und nu: Viel Spaß beim selbst ausprobieren! 


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